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- Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 17. Februar 2013 16:46
Rinzai-Zen in Polen: Buddhistisches Bergkloster Eiwa-Zendō
Die Gemeinschaft ohne Tor - Mumon-Kai Polen – wurde von Sōtetsu Yūzen am 27.6.1983 gegründet. Sie besteht aus zwei Zen-Zentren:
- Die Eiwa-Zendō, Sitzhalle des ewigen Friedens, ist die Haupt-Zendō von Mumon-Kai in Polen und liegt inmitten der Natur nahe Sklarska Poreba, einem Ort in den Bergen Südwest-Polens.
- In der Nachbarschaft der Eiwa-Zendō befindet sich Der Wächter der Bergesstille.
In der Eiwa-Zendō wird täglich Zazen geübt. Auch Wochenend-Zazen-Übungen unter der Leitung von Jikijitsu aus Deutschland und Polen sowie einwöchige Sesshin, die durch den Meister der Gemeinschaft Sōtetsu Yūzen geleitet werden, gehören zum regelmäßigen Zazen-Programm.
In der Eiwa-Zendō werden auch buddhistische Wege, Dō praktiziert. Die Sui-Boku-Dō-Gruppe kommt regelmäßig hierher, um Tuschemalerei zu üben.
Auf dem Gelände des Zen-Zentrums, an einem Berghang mit Blick auf das Riesengebirge, steht eine Yaza-Hütte aus Holz, wo Zazen draußen in der Natur geübt werden kann.
Der Wächter der Bergesstille ist das Wohn- und Gästehaus der Gemeinschaft. Es bietet auch Platz zur Übung buddhistischer Wege wie Sa-Dō, dem Tee-Weg. Ebenfalls hier befindet sich ein gemütlicher Saunabereich mit Kamin-Ofen.
Die Bodhi-Baum-Klause BODAI-JU- AN, erbaut im Jahre 2008, steht auf einer kleinen Anhöhe neben einem mächtigen, erst 200-jährigen Bodhi-Baum, als Tee- und Gesprächshaus direkt am Waldrand. Während des Kanabō-Sesshin im Sommer 2009, hat Sōtetsu Yūzen, unser Meister, die alte asiatische Tradition des Tee-Gesprächs wieder aufgenommen.
Tee-Gespräche gab es im Zen mit Beginn der T’ang-Dynastie (618-906) in China, also seit 1400 Jahren. Es wird hierbei keine Tee-Zeremonie durchgeführt, sondern Meister und Schüler treffen sich zu einem formlosen, freien, kurzen Gespräch. Fragen können gestellt, Probleme angesprochen, gegenseitige Mitteilungen ausgetauscht oder auch geschwiegen werden – und dabei trinkt man zusammen grünen Tee. Während der strengen und konsequenten Übung des Zazen bei einem Sesshin ist für jeden von uns der Besuch der BODAI-JU-AN, das Sprechen oder Schweigen und Teetrinken mit unserem Meister, eine beglückende und erfrischende Begegnung, ishin-denshin (jap.), von Herz zu Herz.

Im Jahre 2003 entstand auf dem weitläufigen Gelände des Bergklosters Eiwa-Zendō, an einem Waldrand gelegen, das Nehan-Haus, eine Urnenwand mit 88 Urnenfächern. Offiziell, von der polnischen Regierung anerkannt, war der erste rein buddhistische Friedhof Europas entstanden. Tokakū Chizō Sensei, Rinzai-Zen-Lehrer und Leiter der Eiwa-Zendō, sorgt dafür, dass täglich ein buddhistischer Mönch vor der Urnenwand rezitiert.
Die Erste Berliner Zen-Gemeinschaft e.V., Rinzai-Weggemeinschaft Mumon-Kai hat sich nun entschlossen, Urnenfächer für verstorbene Buddhisten, ungeachtet ihrer buddhistischen Richtung, zur Verfügung zu stellen.
Im Zen heißt es: Wahrnehmen ist erleben.
Deshalb sind Interessenten eingeladen, vor Ort die Bewohner des Zen-Zentrums, in der sie umgebenden urwüchsigen Berg-Natur, selbst zu erleben.
Um einen Besuch vorbereiten zu können, ist eine Anmeldung mindestens zwei Wochen vorher notwendig. Mumon-Kai heißt Gemeinschaft ohne Tor, d.h. ein Besuch ist ohne große Formalitäten, eben nur nach rechtzeitiger Absprache, möglich und wird von allen dort Lebenden mit Freude und auf einfache Weise begleitet werden.
Das Zen-Zentrum leitet der buddhistische Mönch und Zen-Lehrer Tokakū Chizō Sensei. Die Laien-Schülerin Nenge und der Zen-Übende Krzysztof helfen ihm dabei.
In der Eiwa-Zendō und im Wächter der Bergesstille bemüht sich eine Gruppe von Zen-Praktizierenden, auf der Grundlage der Lehre von Shākyamuni Buddha, gemeinsam zu üben und zu leben. Einmal im Monat besteht für Mitglieder der polnischen Gemeinschaft die Möglichkeit, am Dharma-Kreis für buddhistisches Leben teilzunehmen. Hier werden die Grundlagen der buddhistischen Lehre vermittelt und dementsprechende Beispiele der Verwirklichung dieser Lehre im Alltag gemeinsam besprochen.
Regelmäßig wird im Zen-Zentrum Eiwa-Zendō eine Zen-Werkstatt durchgeführt. Hier wird an einem ganzen Tag die Praxis des Rinzai-Zen vermittelt. Dazu gehören Zazen, Rezitation, ein Vortrag über buddhistische Kernthemen und Samu (praktische Arbeit auf dem Klostergelände).
Zazenzeiten im Bergkloster Eiwa-Zendō:
Montag bis Freitag: 7.00 - 7.30 Uhr
Montag: 19.00 - 21.30 Uhr
Donnerstag: 19.00 - 20.30 Uhr
Jeden 1. Und 3. Sonntag im Monat: 8.00 - 10.00 Uhr
Anfänger und Interessierte erhalten nach telefonischer Anmeldung eine Einführung in die Zazen-Übung.
Polnischen Zen-Freunden sei auch folgende Web-Site empfohlen:
http://mumon-kai.com/





